Unterwegs in Südafrika

- Foto: Totte
Die Infrastruktur in Südafrika ist modern und vergleichbar mit der von anderen entwickelten Ländern. In Großstädten wie Johannesburg, Durban oder Kapstadt unterscheidet sie sich kaum von der in deutschen Großstädten. Natürlich gibt es in den ländlichen Regionen Orte, in denen Wasser- und Stromversorgung ein Problem sind, die Straße nicht asphaltiert ist und wo man auch keinen S-Bahn-Anschluss kennt. Nichtsdestotrotz kommt man, wenn man Südafrika auf eigene Faust erkunden will, mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch in die letzten Winkel des Landes. Das öffentliche Transportsystem allerdings könnte besser ausgebaut sein, viele Pendler nutzen Sammeltaxis, Bus oder natürlich den Individualverkehr. Das führt zu mehr Verkehr und während der Rush Hours zu überfüllten Autobahnen und Staus in den Großstädten.
Um zu den verschiedenen Austragungsorten zu gelangen, könnt ihr folgende Verkehrsmittel benutzen:
Flug
Die wichtigsten Flughäfen sind Johannesburg als Drehscheibe für die internationalen Flüge sowie Durban und Kapstadt. Diese Flughäfen werden von zahlreichen internationalen Fluggesellschaften und der South African Airways (SAA) angeflogen werden. Die anderen Spielorte verfügen über Regionalflughäfen. Wie sich die Preise und das Angebot an günstigen Inlandsflügen bis zur WM entwickeln wird, können wir im Moment nicht einschätzen. Preislich interessant könnte beispielsweise auch ein Flug über Dubai nach Johannesburg oder Kapstadt sein. Bei einem Stop-over in der Wüstenmetropole kann man durchaus etwas Sightseeing machen. Allerdings sind dort im Gegensatz zu Südafrika 38 Grad Celsius und mehr im Juli keine Seltenheit.
Bahn
Südafrika besitzt zwar ein ausgedehntes Schienennetz, doch spielt der Personenverkehr der Bahn bis auf die Vorortzüge der großen Städte, mit denen Zehntausende von Pendlern zur Arbeit fahren, keine große Rolle. Es existieren relativ wenige schnelle Zugverbindungen, die bequemen Reisebusse, die alle Städte anfahren, sind meistens schneller am Ziel. Die Eisenbahn-Fans unter euch werden allerdings aufhorchen, wenn sie die Namen der nostalgischen Luxuszüge hören. Einer der bekanntesten Züge ist der „Blue Train“ von Pretoria nach Kapstadt. Leider ist die Reise recht teuer und ihr müsst weit im Voraus buchen. Für Eisenbahnfans aber ist das sicherlich eine Überlegung wert.
Bus
Für lange überregionale Stecken nehmt ihr am besten einen Reisebus von Intercape, Greyhound oder Translux, die sind bequem, vollklimatisiert und sicher. Auf den vielbefahrenen Strecken verkehren sie mehrmals täglich. Buchen kann man online oder sogar über das Handy (Greyhound). Für die Strecke Kapstadt, Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth, Durban (danach teilweise über Swaziland oder die Drakensberge) nach Johannesburg und Tshwane/Pretoria gibt es ein attraktives Angebot von Baz Bus. Das sind Kleinbusse, die teilweise sogar die Unterkünfte, wenn ihr welche gebucht habt, entlang der Stecke anfahren. Baz Bus ist interessant für Fans, die die Reise zum nächsten Spielort, in Etappen machen wollen. Ihr könnt die Fahrt unterbrechen, etwas Urlaub machen und dann mit dem Baz Bus weiter zum nächsten Ort oder gleich zum Zielort fahren. Wer Spiele in Kapstadt, Nelson Mandela Bay und Durban anschauen will, kann sich mit dem Baz Bus entlang der Garden Route eine tolle Reise zusammenstellen.
Es gibt auch öffentliche Busse, die auf gesonderten Fahrspuren in den Großstädten für einen zügigen Transport sorgen sollen. Derzeit werden kritische Stimmen laut, die hinterfragen, ob der öffentliche Nahverkehr zur WM reibungslos fließen wird. Von daher: Am besten rechtzeitig auf den Weg zum Stadion machen! Vielleicht lohnt es sich auch, sich einen Tag vor dem Spiel schon mal mit der Anreise und den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen – schließlich könnte es auch sein, dass man ein paar Kilometer laufen muss. Neben den Linienbussen gibt es noch eine Armada von Kleinbussen, die in starker Konkurrenz zu den Linienbussen stehen. Hinter dem Steuer sitzen meistens echte „Kurventechniker“, deren Fähigkeit beeindruckt, selbst die kleinste Lücke auszunutzen. Es gibt offizielle Haltestellen, im Notfall kann man auch ein Signal geben und bei Schritttempo oder im Stau entweder auf- oder abspringen. Kleingeld zum Bezahlen solltet ihr griffbereit dabei haben.
Auto
Wichtig: In Südafrika herrscht Linksverkehr. Wie ihr herausfindet, ob ihr auf der richtigen Straßenseite fahrt? Ganz einfach, wenn ihr die Straßenschilder nicht lesen könnt, weil ihr sie von hinten seht, dann befindet ihr euch auf der falschen Seite!
Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz mit Autobahnen und Schnellstraßen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen liegen bei 120 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen und 60 km/h innerhalb der Ortschaften. Große Teilabschnitte der Autobahnen des Landes sind gebührenpflichtig und mit einer gestaffelten Autobahngebühr nach Fahrzeuggröße belegt, die aber erschwinglich ist. Gewöhnungsbedürftig ist das höflich gemeinte „Einladen zum Überholen“. Auf einspurigen Schnellstraßen fährt aus Höflichkeit das Fahrzeug vor euch, damit ihr überholen könnt, links über die gelbe, durchgezogene Seitenlinie. Das verleitet zum Überholen auch bei durchgezogenem Mittelstreifen, was verkehrswidrig ist und die Unfallgefahr drastisch erhöht. An Ampeln, die robot genannt werden, ist für Linksabbieger manchmal Grün, wenn für den Geradeausverkehr noch Rot ist. Vorsicht vor Radaranlagen.
Wer sich mit dem Mietwagen durch das Land bewegen will, sollte möglichst rechtzeitig buchen. Es gibt eine Unzahl von Anbietern, darunter alle großen, international operierenden Autovermietungen von. Wenn ihr euch einen Leihwagen teilen wollt, dann denkt daran, wer fahren will, muss bei der Anmietung als Fahrer eintragen werden. Automatik ist für unerfahrene Fahrer im Linksverkehr eine Hilfe, sonst sucht ihr den Schaltknüppel anfangs auf der falschen Seite.
Entlang der Autobahnen und Schnellstraßen gibt es Raststätten und Einkaufszentren, in denen ihr gut Pause machen und euch erholen könnt.
Motorrad
Für Motorradfans ist unter anderem Kapstadt interessant. Tipp: Motorrad oder einen kostengünstigen Motorroller in Kapstadt leihen und dann eine Tagestour entlang der Steilküste in Richtung Hermanus machen. Entlang der Route gibt es genügend Halteplätze von denen man die grandiosen Ausblicke genießen kann, bei gutem Wetter ist das ein echtes Erlebnis.
Fahrrad
In ländlichen Gegenden sind Fahrräder ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders für die ärmere Bevölkerung sind sie oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der bisweilen großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse trifft man aber Fahrradfahrer im Straßenbild dennoch insgesamt recht selten an.
Zudem ist es recht gefährlich, in Südafrika auf städtischen Straßen mit dem Fahrrad zu fahren. Die Zahl der tödlichen Unfälle von Fahrradfahrern steigt deutlich. Deshalb immer einen Helm benutzen und sich womöglich besser auf Mountainbike-Trails bewegen.
In diesem Bereich – Radsport und Tourismus – gibt es interessante Angebote. In fast allen Urlaubsorten gibt es einen Mountainbikeverleih. Jeder Ort, der Touristen anlockt, hält Information über Mountainbike-Verleih und Trails bereit.












